Stand
- Umsatz über Google Ads, 2025 vs. 2024
- +99,45 %
- Umsatz DE, Black Week 2025 vs. 2024
- +65,21 %
- Umsatz AT, Black Week 2025 vs. 2024
- +48,87 %
- Traffic auf Account-Ebene
- +43,33 %
Die Ausgangslage
BIKE24 zählt zu den führenden Online-Händlern für Fahrräder, Komponenten, Bekleidung, Schuhe und Outdoor- sowie Running-Sortimente im deutschsprachigen Raum. Ein anspruchsvolles, technisch versiertes Publikum trifft hier auf ein extrem breites Sortiment und auf einen Wettbewerb, der wenig verzeiht: hohe Klickpreise, ausgeprägte Saisonalität, Wetterabhängigkeit und eine Vielzahl von Marken mit sehr unterschiedlichen Margen und Verfügbarkeiten.
Mit dem Start unserer Zusammenarbeit Anfang 2024 lag die Aufgabe klar auf dem Tisch: Die Google-Ads-Performance der DACH-Accounts musste neu strukturiert und profitabler ausgerichtet werden. Dies schuf die strategische Grundlage für weiteres Wachstum, sowohl im Kernmarkt als auch im Rahmen der bestehenden internationalen Aufstellung.
Die Story
Markenbeschreibung
BIKE24 hat sich als eine der etabliertesten Adressen für Cycling, Running und Outdoor im DACH-Raum positioniert: tiefes Sortiment, kuratierte Markenwelt, ausgeprägte Beratungskompetenz. Was bei Wettbewerbern oft als „Long Tail“ untergeht, ist hier Programm. Von Spezialteilen bis hin zu funktionaler Bekleidung mit echtem Performance-Anspruch.
Vision
BIKE24 verfolgt das Ziel, einer der relevantesten digitalen Anlaufpunkte für Cycling und sportlich aktiven Lifestyle in Europa zu sein. Premium-Sortiment, datengetriebene Beratung und exzellente Verfügbarkeit greifen ineinander. Der Online-Shop versteht sich als Ökosystem, nicht als Schaufenster.
Produkte
Das Sortiment reicht von Fahrrädern (Full Bikes, E-Bikes) über Kernkomponenten (Drive Train, Tires, Brakes, Cockpit, Wheels, Seating) bis hin zu Bekleidung, Schuhen, Eyewear, Cycle Protection und einem breiten Outdoor- sowie Running-Bereich. Eine Sortimentsbreite, bei der jede einzelne Steuerungsentscheidung tausende Produkte gleichzeitig betrifft.
USP
Kuratiertes Sortiment mit klarem Fokus auf Performance-Produkte für Cycling, Outdoor und Running.
Starke Lieferfähigkeit und exklusive Partnerschaften, insbesondere im Bekleidungsbereich.
Hohe Beratungs- und Servicekompetenz für eine technisch versierte Zielgruppe.
Internationale Aufstellung mit eigenen Storefronts in DACH, Benelux, FRITES (FR, IT, ES), Polen, Finnland und weiteren Märkten.
Zielsetzung
Steigerung der Profitabilität: Fokus auf KUR, Effizienz und wirtschaftlich tragfähige Skalierung, statt Wachstum um des Wachstums willen.
Strukturelle Neuausrichtung der Accounts: mehr Transparenz, bessere Steuerbarkeit, klare Entscheidungsgrundlagen für Budget- und Sortimentslogik.
Aufbau eines skalierbaren Frameworks: eine Struktur, die als Referenz für die weiteren Märkte dient, damit neue Märkte nicht jedes Mal bei Null beginnen müssen.
Herausforderungen
Sehr hoher Wettbewerbsdruck im Kernmarkt Deutschland mit aggressiv werbenden Marktbegleitern.
Sortimentsbreite, bei der einzelne Kampagnenentscheidungen sehr viele Produkte gleichzeitig betreffen, mit ganz unterschiedlichen Margen, Verfügbarkeiten und Lebenszyklen.
Ausgeprägte Saisonalität im Bike- und Outdoor-Segment, kombiniert mit Wetterabhängigkeit und unregelmäßigen Sale-Phasen.
Historisch gewachsene Kampagnenstrukturen, die für die heutige Sortimentstiefe zu grob waren.
Spürbares Conversion-Lag in den Accounts, das die alleinige Steuerung über Google-Ads-Daten unzuverlässig machte.
Mehrere internationale Storefronts, die strukturell und operativ unterschiedlich gepflegt waren.
Die Lösung
Strategie: So sind wir vorgegangen
Bei einem Sortiment dieser Größe stoßen Standardlösungen schnell an ihre Grenzen. Das bestehende Setup einfach zu „verwalten“, kam für uns nicht infrage. Wir haben es in der Tiefe analysiert, Hypothesen gebildet, rigoros getestet und Schritt für Schritt neu aufgebaut. Viele Hebel sieht man nicht auf den ersten Blick: Die spannendsten Verbesserungen liegen oft eine Ebene tiefer, als der Account zeigt.
1. Saubere Neustrukturierung der DACH-Accounts
Die Accounts wurden grundlegend geprüft und neu aufgebaut. Die historisch gewachsene Logik ist raus. Die neue Struktur trennt klar:
Brand vs. Non-Brand als getrennte Steuerungsspuren, mit eigener Budgetlogik. Der Brand-Anteil bewegt sich konsequent in einem klar definierten Korridor.
Kategorien, die dem echten Suchverhalten folgen. Statische Tabellen haben ausgedient.
Eigene Budgetlogik pro Kategorie, damit margenstarke Bereiche systematisch bevorzugt werden können.
Die Kampagnenstruktur ist aufgeräumter, und vor allem haben wir Performance und Budget spürbar besser im Griff. Was früher Bauchgefühl war, lässt sich heute mit Daten nachvollziehen.
2. Performance Max als bewusste Entscheidung
Den Account blind auf Googles Automatisierung umzustellen, kam nicht infrage. Wir haben den Wechsel rigoros geprüft und Performance Max ganz bewusst eingeführt: kategorieweise, mit sauberer Datengrundlage und klar definierten Erfolgskriterien.
Erst nachdem die Datenlage stabil zeigte, dass Performance Max in der gegebenen Sortimentstiefe der überlegene Hebel ist, wurde das Setup konsequent darauf ausgerichtet. Heute ist Performance Max der Hauptumsatztreiber, ergänzt um schlanke Brand-Kampagnen und gezielte Sale-Asset-Groups.
3. Product Type Switch als Fundament für Skalierung
Die bisherige Feed-Steuerung war über Custom Labels gelöst, was bei dieser Sortimentsgröße zu unscharfen Clustern führte. Die neue Logik baut stattdessen auf einer tiefen „Product Type“-Struktur auf (Drive Train, Tires, Wearables, E-Bikes, Apparel-Subkategorien und so weiter). Den Switch haben wir bewusst zuerst in kleineren Accounts getestet und erst danach im größten Markt ausgerollt. Diese Reihenfolge war mehr als Vorsicht, sie gehörte zur Strategie. Wer bei einem Sortiment dieser Tiefe strukturelle Änderungen vornimmt, testet die neue Logik zuerst dort, wo das Risiko und der potenzielle Schaden gering sind.
4. Granularisierung als Wachstumshebel im Long Tail
Eine tiefgehende Produktanalyse zeigte ein klassisches Problem großer PMax-Accounts: Der Algorithmus konzentriert sich auf eine kleine Gruppe offensichtlicher Bestseller, während ein erheblicher Teil des Sortiments faktisch nicht ausgespielt wird. In einem Shop dieser Größe bleibt damit ein konkreter Wachstumshebel liegen.
Unsere Antwort war konsequente Granularisierung: Große, generische Kampagnen wie „Clothing“ oder „Full Bikes“ wurden in spitzere Cluster aufgeteilt. Cycle Footwear bekam eine eigene Kampagne, E-Bikes ebenfalls, dazu Apparel-Subkategorien mit eigenen Targets. In einem gestaffelten Rollout sind so rund 20 neue Kampagnen über alle Märkte hinweg an den Start gegangen, jeweils mit eigenen Budgets und eigenen Steuerungs-Targets. Der Algorithmus wird damit faktisch gezwungen, Budget auch in Produkte zu lenken, die vorher unsichtbar waren, und genau dort haben sich neue Wachstumspfade geöffnet.
5. Saisonalität, Wetter und Sortiment als System steuern
Bike, Outdoor und Running sind extrem saisonale Segmente. Wetterumschwünge, Sale-Phasen und Sortimentsverschiebungen können innerhalb von Tagen das Bild drehen. Die Steuerung wurde deshalb deutlich enger getaktet. Dazu gehörten tägliche Performance-Checks, ein tägliches Budget-Pacing und klare KUR-Korridore pro Markt. Dazu kam ein Reporting, das zeigt, warum die Performance so aussieht, wie sie aussieht.
Ein zentraler Punkt war dabei der Umgang mit dem Conversion-Lag, das in den Accounts strukturell groß ist. Statt auf die unmittelbaren Google-Ads-Conversions zu steuern, dient ein GA4-basiertes Reporting in Kombination mit Enhanced Conversions als Steuerungsgrundlage. Das verhindert die Überinterpretation kurzfristiger Schwankungen und macht langfristige Trends verlässlich sichtbar.
6. Enge Zusammenarbeit von Touchpoint und BIKE24
Einer der wichtigsten Faktoren steckt gar nicht im Account. Er liegt in der Art, wie wir zusammenarbeiten. Performance-Reviews und Sparrings finden in einem festen Bi-weekly-Rhythmus statt, der direkte Austausch zwischen Touchpoint und dem internen Performance-Marketing-Team läuft täglich. Sortimentsschwerpunkte, Saisonentscheidungen und Sale-Phasen werden gemeinsam priorisiert. Die Trennung zwischen „Agentur“ und „Inhouse“ ist im Alltag kaum noch spürbar, und genau das ist die Voraussetzung dafür, in einem so dynamischen Markt überhaupt schnell genug agieren zu können.
Ergebnisse
Der Account lässt sich heute grundlegend anders steuern. Das zeigen die Zahlen an mehreren Stellen sehr deutlich:
Google Ads gesamt, 2025 vs. 2024
Umsatz über Google Ads: +99.45 Prozent im Jahresvergleich.
Werbekosten im selben Zeitraum: +34.08 Prozent. Das Verhältnis aus Umsatz- und Kostenwachstum hat sich also deutlich zugunsten der Effizienz verschoben.
Traffic-Wachstum auf Account-Ebene +43.33 Prozent, bei einem im Auction Insights klar rückläufigen Wettbewerb.
Subkategorien als Profitabilitätstreiber
In dem deutschen Account (DE) zeigten die Subkategorien eine herausragende Entwicklung:
Outdoor: ROAS von Q1 2024 auf Q1 2026 um +105.53 Prozent verbessert.
Running: ROAS von Q1 2024 auf Q1 2026 um +138.16 Prozent verbessert.
Beide Kategorien befinden sich auf einem Allzeithoch in Profitabilität, bei gleichzeitig deutlich höherem Umsatzvolumen.
Sale-Performance: Black Week 2025 vs. 2024
DACH: Umsatz im Kernmarkt deutlich gestiegen (DE +65.21%, AT +48.87%), bei gleichzeitig steigender Effizienz.
Internationale Märkte: ROAS-Verbesserungen über alle Cluster, von +100.69 Prozent (IT) über +46.30 Prozent (NL) und +113.40 Prozent (BE) bis hin zu +138.22 Prozent (ES) im Jahresvergleich.
Conversion-Rate-Uplift fast überall im zweistelligen bis hohen zweistelligen Bereich.
Struktureller Effekt
Margenstarke Kategorien, insbesondere Bekleidung, profitieren überproportional von der neuen Steuerung, weil Budget systematisch dorthin gelenkt wird, wo Marge und Verfügbarkeit zusammenkommen.
Saisonale Volatilität bleibt sichtbar, ist aber nicht mehr unberechenbar. Die Steuerung greift schnell genug, um Wetter- und Sale-Effekte aktiv zu nutzen, statt sie zu erdulden.
Google Ads ist im DACH-Raum vom opportunistischen Kanal zum planbaren, profitablen Wachstumskanal geworden, mit klar verteilter Verantwortung zwischen Agentur und Inhouse.

Touchpoint hat uns geholfen, Struktur in unsere Vielzahl an Accounts zu bringen und Ausbau sowie Optimierung zu strukturieren und priorisieren. Damit haben wir den Grundstein für die weitere Skalierung gelegt und können nun Jahr für Jahr mit gutem Gewissen mehr Gas geben. Durch die enge und offene Zusammenarbeit fühlt es sich an als säßen wir alle auf derselben Seite des Tisches: Touchpoint denkt mit und hinterfragt auch mal, was wir uns selbst nicht fragen würden.
DACH als Blueprint für die Internationalisierung
Die im Kernmarkt erarbeitete Logik ist nicht in DACH stehengeblieben. Sie wird Schritt für Schritt auf die internationalen Accounts übertragen: auf Benelux, auf FRITES (Frankreich, Italien, Spanien), auf Polen und Finnland sowie auf neue Märkte, die in Vorbereitung sind (Dänemark, Irland).
Konkret heißt das: Account- und Kampagnenstruktur folgen einer einheitlichen Logik, das Performance-Max-Framework und die Steuerungslogik wandern eins zu eins mit. Lokale Anpassungen werden bewusst klein gehalten, damit die zentrale Logik tragfähig bleibt und neue Märkte nicht von vorn lernen müssen. Auf diese Weise wird DACH zum Test- und Innovationsmarkt für die internationale Google-Ads-Strategie von BIKE24. Das erhöht die Geschwindigkeit, mit der neue Märkte produktiv geschaltet werden, signifikant.
Learnings
Erfolgsfaktoren
Struktur schlägt Aktionismus: Saubere Setups sind die Voraussetzung dafür, dass nachhaltige Performance überhaupt entstehen kann.
Profitabilität entsteht, wenn Daten und Teamwork zusammenkommen. Tool und Bauchgefühl allein schaffen das nicht.
Das Richtige skalieren, und zwar nur das. Margen, Verfügbarkeit und Saison gehören mitten in die Steuerungslogik.
Ein starker Kernmarkt beschleunigt die Internationalisierung. Das eigentliche Kapital sind die Learnings aus diesem Markt.
Tendenzen & Best Practices
Saubere Trennung von Brand und Generic ist die einfachste Maßnahme mit dem größten Hebel auf Steuerbarkeit.
Migrationen wie der Wechsel auf Performance Max gehören rigoros getestet, gerade weil sie wie eine Default-Entscheidung wirken.
Bei großen Sortimenten ist Granularisierung der wichtigste Hebel gegen den „Bestseller-Fokus“ der Automatisierung.
Wenn das Conversion-Lag in Google Ads strukturell groß ist, zeigt sich schnell: Die Daten aus dem Interface selbst tragen die Steuerung nicht mehr verlässlich. Genau an dem Punkt haben wir über den Tellerrand geschaut. Mit unsauberen Plattform-Conversions wollten wir uns nicht arrangieren. Die bessere Grundlage lief über ein GA4-basiertes Reporting, das die Performance ohne Lag-Verzerrung abbildet. Parallel haben wir über Enhanced Conversions die Google-Ads-seitige Messung geschärft, sodass auch das Bidding auf einer robusteren Datenlage aufsetzt. So wurde aus einer strukturellen Tracking-Herausforderung eine belastbare Entscheidungsbasis, die die Performance verlässlich abbildet und nicht jeder kurzfristigen Interface-Schwankung hinterherläuft.
Übertragbarkeit
Der Ansatz ist besonders relevant für Marken, die in stark sortimentsgetriebenen E-Commerce-Märkten arbeiten, die international ausrollen wollen und die einen Kanal von einem opportunistischen Hebel zu einem planbaren Wachstumskanal weiterentwickeln müssen. Wer in einem großen Sortiment mit ausgeprägter Saisonalität profitabel skalieren will, profitiert insbesondere von der Kombination aus klarer Strukturentscheidung, datenbasierter Migration und enger operativer Zusammenarbeit zwischen Inhouse-Team und Agentur.
Fazit
Seit dem Start unserer Zusammenarbeit Anfang 2024 wurde das Google-Ads-Setup für BIKE24 konsequent neu aufgestellt. Die enge Verzahnung von datengetriebener Strategie und operativer Exzellenz hat im DACH-Raum aus einem historisch gewachsenen Account eine planbare, steuerbare Plattform gemacht und gleichzeitig das Fundament für den internationalen Rollout gelegt.
Und fertig ist diese Transformation nie. Ein hochdynamischer Markt, ständige technologische Veränderungen und ein sehr breites Sortiment verlangen, dass wir laufend nachjustieren. BIKE24 und Touchpoint zeigen, wie profitable Skalierung in diesem Umfeld funktioniert: als Partnerschaft, die das System jeden Tag aufs Neue hinterfragt, testet und weiterentwickelt. Ein Einmal-Effekt reicht dafür nicht.
Die Leistung dahinter
Google Ads AuditSollen wir uns euer Konto einmal ansehen?
Ein Audit kostet euch ein Gespräch und zeigt, wo im Konto Geld liegen bleibt.


